Aus meinem Gedichtband Reimkartell
st. pauli träumt
gleich hinter der kastanienallee
fängt der regen an
das amazonasbecken
entwaldet vom holzhunger
unter schwarzem humus
karge erde
den tropengürtel umgeschnallt
schaukelt etwas verwitterndes
mit den lidern
in der letzten baumkrone
verlieren sich die jahreszeiten
an dieser dünnen linie
die alles tilgt
was einen mund hat
der himmel über paris
floss heute faul über mich hinweg er
trug sich vogelfrei
in taubengrau
der alte vagabund im langen mantel
streut rosen und so weiter
vom himmel über paris
weiß er nichts
eilt unverborgen fort und fort
leicht seifig erst
dann regnet es sich ein
olaf aus wuppertal
als lady diana starb
hörten wir gerade autoradio
es war 1997 und augus und ich hatte
briefe geschrieben aus der bretagne
sandvoll mit andeutungen
ihr wisst schon: all das getue
um lauernde gespensterfinger
oder seinen amphibienblick
in schäbigen hinterhöfen
nahm er mir das licht
bis es aus war
doch ich spüre wie damals im wagen
noch heute sein herz
durch meinen finger jagen
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